„Warum ich
fühle, was du fühlst – Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der
Spiegelneuronen“ (Joachim Bauer)
Zusammenfassungen (Buch)
Das
erste Buch über die Spiegelzellen, die Grundlage unserer emotionalen
Intelligenz. Warum stecken Lachen und Gähnen an? Weshalb sind manche
uns auf Anhieb sympathisch und andere nicht? Joachim Bauer berichtet
über eine sensationelle Entdeckung der Neurowissenschaften, die unsere
Wahrnehmung von Menschen verändert. Warum können wir uns intuitiv
verstehen, spontan fühlen, was andere fühlen, und uns eine Vorstellung
davon machen, was andere denken?
Die Erklärung dieser Phänomene liegt
in den Spiegelneuronen, die erst vor kurzem entdeckt worden sind. Sie
ermöglichen uns emotionale Resonanz mit anderen Menschen,versorgen uns
mit intuitivem Wissen über die Absichten von Personen in unserer Nähe
und lassen uns deren Freude oder Schmerz mitempfinden. Sie sind die
Basis von Empathie, »Bauchgefühl« und der Fähigkeit zu lieben.

(Zusammenfassung von Seite 7 bis Seite17)
Resonanzphänomene
des Alltags: Warum ich fühle, was du fühlst
Mit Resonanzphänomenen wird die intuitive, also
spontane Übertragung von Gefühlen oder körperlichen Gesten einer Person
(Empfänger) im Bezug auf den emotionalen oder körperlichen Zustandes einer
anderen Person verstanden.
Das heißt also, dass unser Alltag voll von spontanen
Resonanzphänomenen ist, wie zum Beispiel ein spontanes zurücklächeln oder
gähnen, wenn eine andere Person gähnt. Nicht nur im privaten Bereich spielen
diese Resonanzphänomene eine Rolle, sondern auch in Politik und Wirtschaft, zur
Beeinflussung, oder im Beruf, wenn es um Erfolg oder Misserfolg geht.
Durch die Entdeckung der Spiegelnervenzellen konnte
man die Phänomene wie Resonanz und Spiegelung neurobiologisch besser verstehen.
Das bedeutet, dass es ohne Spiegelnervenzellen keine Intuition und auch keine
Empathie bzw. spontanes Verstehen zwischen Menschen geben würde.
Spontane
Reaktionen als Forschungsobjekt im Labor
Wie Untersuchungen ergaben, wird Resonanzverhalten
spontan ausgelöst und kann nicht von der betreffenden Person kontrolliert
werden. Resonanzverhalten ist sogar dann auslösbar, wenn das, worauf die Reaktion
erfolgt, gar nicht bewusst wahrgenommen wurde. Man spricht dann von einer
„subliminalen Stimulation“. Dabei nimmt das Gehirn Bilder unbewusst wahr, die
die betreffende Person nicht bewusst registriert hat. Diese Wahrnehmungen, ob
bewusst oder unbewusst, werden nicht nur in uns abgespeichert, sondern lösen
auch gewisse Handlungen und Verhalten aus, die man Resonanz nennt. Sie können
auch seelische und körperliche Veränderungen beeinflussen.
Stimmungen,
Gefühle und Körperhaltung: Vorsicht, Ansteckungsgefahr!
Unter „emotionaler Ansteckung“ (in der Fachsprache:
„emotional contagion“) versteht man die Gefühlsübertragung von einem Menschen
auf den anderen (zum Beispiel: Menschen reagieren selbst wie unter Schmerz,
wenn sie den Schmerz einer anderen Person miterleben). Diese Übertragungen
äußern sich oft in verschiedenen Formen der Körpersprache, meist auch durch, zu
dem Gefühl passenden Verhaltensweisen, die unbewusst imitiert und reproduziert
werden. Folge davon ist, dass zwischen Menschen, die miteinander in Kontakt
stehen, eine hohe Aufmerksamkeit hergestellt wird (in neurobiologischer
Fachsprache als „joint attention“ bezeichnet).
Intuitive
Ahnungen und Vorhersagen
Menschen besitzen die Fähigkeit Verhaltensweisen
(erkennbar durch Mimik; Gesten; Körpersprache) bei anderen Personen
wahrzunehmen, diese zu deuten und dadurch den weiteren Verlauf eines Geschehens
intuitiv vorher sagen zu können bzw. ein inneres Wissen über den weiteren
Ablauf zu erkennen. Man spürt Intuitiv, was nun passiert. Dies kann vor allem
in Gefahrensituationen lebenswichtig sein.
Intuitives
Verstehen: Die Fähigkeit zur „Theorie of Mind“
Unter der „Theorie of Mind“ (TOM) versteht man, die
Fähigkeit Gefühle, Handlungen und Absichten anderer Menschen intuitiv zu
verstehen. Dieses Verständnis zu anderen Personen bezieht sich auf den
zwischenmenschlichen Bedeutungsraum, indem die Menschen leben. Auch in diesem
Zusammenhang spielen die Spiegelneuronen wieder eine wichtige Rolle. Sie
aktivieren im Gehirn des jeweiligen Empfängers ein System, dass es möglich
macht, emotionales Verständnis und Empathie auf andere Personen widerzuspiegeln
und zu einem Resonanzverhalten führt.
Probleme ergeben sich zwischen Menschen, wenn sie
sich nicht mehr im gemeinsamen Bedeutungsraum befinden, d.h. dann finden keine
Spiegelungen mehr statt (z.B.: in dem der Blick verweigert wird oder
Ausgrenzung signalisiert wird). Menschen, die sich in solch einer Lage
befinden, werden oft krank. Dies bedeutet, dass auch der Körper den gemeinsamen
Bedeutungsraum registriert, es wirkt sich auf seine Biologie und seine
medizinische Gesundheit aus. Der gemeinsame Bedeutungsraum ist somit also nicht
nur eine psychologische Lebensbedingung.