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„Warum ich fühle, was du fühlst" (Joachim Bauer)
Geschrieben von Jenny am Samstag, 24. November 2007
Studium

„Warum ich fühle, was du fühlst – Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneuronen“ (Joachim Bauer)

Zusammenfassungen (Buch)

Das erste Buch über die Spiegelzellen, die Grundlage unserer emotionalen Intelligenz. Warum stecken Lachen und Gähnen an? Weshalb sind manche uns auf Anhieb sympathisch und andere nicht? Joachim Bauer berichtet über eine sensationelle Entdeckung der Neurowissenschaften, die unsere Wahrnehmung von Menschen verändert. Warum können wir uns intuitiv verstehen, spontan fühlen, was andere fühlen, und uns eine Vorstellung davon machen, was andere denken?
Die Erklärung dieser Phänomene liegt in den Spiegelneuronen, die erst vor kurzem entdeckt worden sind. Sie ermöglichen uns emotionale Resonanz mit anderen Menschen,versorgen uns mit intuitivem Wissen über die Absichten von Personen in unserer Nähe und lassen uns deren Freude oder Schmerz mitempfinden. Sie sind die Basis von Empathie, »Bauchgefühl« und der Fähigkeit zu lieben.

 



(Zusammenfassung von Seite 7 bis Seite17)

Resonanzphänomene des Alltags: Warum ich fühle, was du fühlst

Mit Resonanzphänomenen wird die intuitive, also spontane Übertragung von Gefühlen oder körperlichen Gesten einer Person (Empfänger) im Bezug auf den emotionalen oder körperlichen Zustandes einer anderen Person verstanden.

Das heißt also, dass unser Alltag voll von spontanen Resonanzphänomenen ist, wie zum Beispiel ein spontanes zurücklächeln oder gähnen, wenn eine andere Person gähnt. Nicht nur im privaten Bereich spielen diese Resonanzphänomene eine Rolle, sondern auch in Politik und Wirtschaft, zur Beeinflussung, oder im Beruf, wenn es um Erfolg oder Misserfolg geht.

Durch die Entdeckung der Spiegelnervenzellen konnte man die Phänomene wie Resonanz und Spiegelung neurobiologisch besser verstehen. Das bedeutet, dass es ohne Spiegelnervenzellen keine Intuition und auch keine Empathie bzw. spontanes Verstehen zwischen Menschen geben würde.

 

Spontane Reaktionen als Forschungsobjekt im Labor

Wie Untersuchungen ergaben, wird Resonanzverhalten spontan ausgelöst und kann nicht von der betreffenden Person kontrolliert werden. Resonanzverhalten ist sogar dann auslösbar, wenn das, worauf die Reaktion erfolgt, gar nicht bewusst wahrgenommen wurde. Man spricht dann von einer „subliminalen Stimulation“. Dabei nimmt das Gehirn Bilder unbewusst wahr, die die betreffende Person nicht bewusst registriert hat. Diese Wahrnehmungen, ob bewusst oder unbewusst, werden nicht nur in uns abgespeichert, sondern lösen auch gewisse Handlungen und Verhalten aus, die man Resonanz nennt. Sie können auch seelische und körperliche Veränderungen beeinflussen.

 

Stimmungen, Gefühle und Körperhaltung: Vorsicht, Ansteckungsgefahr!

Unter „emotionaler Ansteckung“ (in der Fachsprache: „emotional contagion“) versteht man die Gefühlsübertragung von einem Menschen auf den anderen (zum Beispiel: Menschen reagieren selbst wie unter Schmerz, wenn sie den Schmerz einer anderen Person miterleben). Diese Übertragungen äußern sich oft in verschiedenen Formen der Körpersprache, meist auch durch, zu dem Gefühl passenden Verhaltensweisen, die unbewusst imitiert und reproduziert werden. Folge davon ist, dass zwischen Menschen, die miteinander in Kontakt stehen, eine hohe Aufmerksamkeit hergestellt wird (in neurobiologischer Fachsprache als „joint attention“ bezeichnet).

 

Intuitive Ahnungen und Vorhersagen

Menschen besitzen die Fähigkeit Verhaltensweisen (erkennbar durch Mimik; Gesten; Körpersprache) bei anderen Personen wahrzunehmen, diese zu deuten und dadurch den weiteren Verlauf eines Geschehens intuitiv vorher sagen zu können bzw. ein inneres Wissen über den weiteren Ablauf zu erkennen. Man spürt Intuitiv, was nun passiert. Dies kann vor allem in Gefahrensituationen lebenswichtig sein.

 

Intuitives Verstehen: Die Fähigkeit zur „Theorie of Mind“

Unter der „Theorie of Mind“ (TOM) versteht man, die Fähigkeit Gefühle, Handlungen und Absichten anderer Menschen intuitiv zu verstehen. Dieses Verständnis zu anderen Personen bezieht sich auf den zwischenmenschlichen Bedeutungsraum, indem die Menschen leben. Auch in diesem Zusammenhang spielen die Spiegelneuronen wieder eine wichtige Rolle. Sie aktivieren im Gehirn des jeweiligen Empfängers ein System, dass es möglich macht, emotionales Verständnis und Empathie auf andere Personen widerzuspiegeln und zu einem Resonanzverhalten führt.

Probleme ergeben sich zwischen Menschen, wenn sie sich nicht mehr im gemeinsamen Bedeutungsraum befinden, d.h. dann finden keine Spiegelungen mehr statt (z.B.: in dem der Blick verweigert wird oder Ausgrenzung signalisiert wird). Menschen, die sich in solch einer Lage befinden, werden oft krank. Dies bedeutet, dass auch der Körper den gemeinsamen Bedeutungsraum registriert, es wirkt sich auf seine Biologie und seine medizinische Gesundheit aus. Der gemeinsame Bedeutungsraum ist somit also nicht nur eine psychologische Lebensbedingung.


„Warum ich fühle, was du fühlst" (Joachim Bauer)

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